Medizin Neurologie Psychiatrie – Epilepsie und Anfallsformen
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14 KartenWie definiert die ILAE 2017 Epilepsie?
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Eine Gehirnerkrankung mit dauerhafter Prädisposition für epileptische Anfälle und den neurobiologischen, kognitiven, psychologischen und sozialen Folgen dieser Anfallsstörung.
Welche drei Ebenen umfasst die ILAE-Klassifikation 2017?
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Anfallstyp (fokal, generalisiert, unklar), Epilepsietyp (fokal, generalisiert, kombiniert, unklar) und Epilepsiesyndrom (z. B. JME, CAE, West-Syndrom).
Was unterscheidet einen fokalen von einem generalisierten Anfall?
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Fokale Anfälle entstehen in einem begrenzten Netzwerk einer Hemisphäre, generalisierte Anfälle betreffen von Beginn an bilaterale verteilte Netzwerke beider Hemisphären.
Was versteht man unter einer Aura bei Epilepsie?
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Ein fokaler bewusster Anfall, der oft einem tonisch-klonischen Anfall vorausgeht und sensorische, autonome oder psychische Phänomene umfasst.
Welche Phasen durchläuft ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall?
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Tonische Phase (Steifigkeit, Apnoe), klonische Phase (rhythmische Zuckungen), postiktale Phase (Bewusstseinstrübung, Muskelschmerzen, Zungenbiss, Inkontinenz).
Wodurch zeichnet sich ein typischer Absence-Anfall aus?
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Plötzliche, kurze Bewusstseinsaussetzung (3–10 s) ohne Sturz, mit 3-Hz-Spike-Wave-Komplexen im EEG, oft durch Hyperventilation provozierbar.
Was ist der Unterschied zwischen Myoklonus und Klonus?
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Myoklonus: blitzartige, unwillkürliche Muskelzuckung (< 100 ms). Klonus: rhythmische, sich wiederholende Zuckungen (z. B. bei tonisch-klonischem Anfall).
Ab wann liegt ein Status epilepticus vor?
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Bei anfallsfreiem Intervall < 5 Minuten oder Anfallsdauer > 5 Minuten (tonisch-klonisch) bzw. > 10–15 Minuten (fokal, Absence) – Notfall mit Hirnschädigungsrisiko.
Welches Antiseizuräum ist erste Wahl bei fokalen Anfällen?
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Lamotrigin oder Levetiracetam (nach Leitlinie DGN), alternativ Carbamazepin, Oxcarbazepin oder Valproat (bei Frauen gebärfähigen Alters teratogen).
Welches Medikament ist erste Wahl bei generalisierten tonisch-klonischen Anfällen?
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Valproat (breitestes Wirkspektrum), bei Frauen gebärfähigen Alters alternativ Levetiracetam, Lamotrigin oder Topiramat wegen Teratogenität.
Was bedeutet SUDEP und welche Risikofaktoren bestehen?
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Sudden Unexpected Death in Epilepsy: plötzlicher Tod ohne andere Ursache. Risikofaktoren: unkontrollierte tonisch-klonische Anfälle, nächtliche Anfälle, junge Erwachsenen, Polytherapie.
Welches EEG-Muster ist typisch für generalisierte epileptische Aktivität?
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Generalisierte Spike-Wave-Komplexe (3 Hz bei Absencen, 2,5–4 Hz bei anderen Syndromen), bisynchron, symmetrisch, frontaal betont.
Wie sieht ein typisches fokaleres EEG-Korrelat aus?
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Fokale Spikes, Sharp Waves oder Spike-Wave-Komplexe über einer Region (z. B. temporal anterior), oft nur im Schlaf deutlich verstärkt.
Welche Merkmale unterscheiden eine synkopale Bewusstlosigkeit von einem epileptischen Anfall?
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Synkope: Prodromi (Schwindel, Übelkeit), blasse Haut, schnelle Erholung, kein Zungenbiss, keine Inkontinenz. Epilepsie: tonisch-klonisch, postiktale Phase, Zungenbiss lateral, Inkontinenz.