Geschichte Sozialgeschichte – Arbeiterbewegung
Karteikarten zum Thema „Geschichte“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht man unter Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert? · Wer gründete 1863 den A…
Karten
15 KartenWas versteht man unter Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert?
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Die organisierte politische und gewerkschaftliche Bewegung abhängig Beschäftigter zur Durchsetzung sozialer Rechte, politischer Partizipation und ökonomischer Verbesserungen.
Wer gründete 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV)?
Rückseite
Ferdinand Lassalle gründete den ADAV in Leipzig als erste deutsche Arbeiterpartei mit Fokus auf allgemeines Wahlrecht und Staatshilfe für Genossenschaften.
Was unterscheidet die SDAP von Eisenach 1869 vom ADAV?
Rückseite
Die SDAP (Bebel, Liebknecht) orientierte sich marxistisch, lehnte Staatshilfe ab und forderte internationale Solidarität statt Lassalles nationaler Alleingänge.
Welches Programm wurde 1875 auf dem Gothaer Vereinigungsparteitag beschlossen?
Rückseite
Das Gothaer Programm vereinte ADAV und SDAP zur SAPD; Marx kritisierte es scharf als kompromisslerisch und theoretisch unscharf (Kritik des Gothaer Programms).
Welche Wirkung hatten Bismarcks Sozialistengesetze (1878–1890)?
Rückseite
Sie verboten Vereine, Versammlungen und Presse der SPD, stärkten aber paradoxerweise die Parteidisziplin und führten zum Aufbau illegaler Strukturen.
Was fordert das Erfurter Programm der SPD von 1891?
Rückseite
Es verbindet marxistische Theorie (Klassenkampf, Verelendungsthese) mit konkreten Mindestforderungen: Achtstundentag, Arbeiterschutz, allgemeines Wahlrecht, Volksbewaffnung.
Welche Rolle spielten die Generalkommission der Gewerkschaften ab 1890?
Rückseite
Sie einigte die zuvor zersplitterten Fachverbände, verhandelte Tarifverträge und etablierte den Streik als legitimes Kampfmittel der organisierten Arbeiterschaft.
Was besagt Bernsteins Revisionismusstreit (ab 1896)?
Rückseite
Bernstein bestritt die Unausweichlichkeit des Zusammenbruchs des Kapitalismus und plädierte für Reformpolitik statt Revolution – die Partei lehnte dies 1899/1901 offiziell ab.
Wie positionierte sich Rosa Luxemburg in der Massenstreikdebatte 1905/06?
Rückseite
Sie sah im politischen Massenstreik ein revolutionäres Aktionsmittel zur Eroberung des Wahlrechts, während Kautsky und Gewerkschaften vor unkontrollierbaren Aktionen warnten.
Welche Funktion hatte die Zweite Internationale (1889–1914) für die Arbeiterbewegung?
Rückseite
Sie koordinierte nationale Parteien, setzte den 1. Mai als Kampftag durch und formulierte Antikriegsresolutionen, scheiterte aber 1914 an nationalen Loyalitäten.
Wie organisierten sich Frauen in der deutschen Arbeiterbewegung?
Rückseite
Clara Zetkin baute ab 1891 die proletarische Frauenbewegung auf, forderte Frauenwahlrecht, Mutterschutz und Gleichheit – getrennt von bürgerlichen Frauenvereinen.
Was war die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ) ab 1904?
Rückseite
Selbstständiger Jugendverband der SPD, der politische Bildung, Freizeitgestaltung und gewerkschaftliche Organisierung junger Arbeiter verband – gegen militaristische Erziehung.
Welche Bedeutung hatten Arbeiterkulturvereine (Chöre, Sport, Theater)?
Rückseite
Sie schufen klassenbewusste Identität, boten Bildungsangebote und schufen ein alternatives Milieu („Arbeiterkultur“) jenseits bürgerlicher und kirchlicher Dominanz.
Wie verhielt sich die SPD-Fraktion zur Kriegskrediteabstimmung am 4. August 1914?
Rückseite
Sie stimmte geschlossen für die Kriegskredite (Burgfrieden), begründet mit Verteidigung gegen zaristischen Despotismus – der Bruch der internationalen Solidarität.
Was war der Unterschied zwischen Lasalles „Eisernem Lohngesetz“ und Marx‘ Verelendungsthese?
Rückseite
Lassalle sah Löhne naturgesetzlich auf Subsistenzniveau fixiert; Marx beschrieb relative Verelendung durch wachsendes Mehrwert und Reservearmee, nicht absoluten Hungerlohn.