Medizin Innere Medizin – Reizdarmsyndrom
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14 KartenWie wird das Reizdarmsyndrom (RDS) definiert?
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Das RDS ist eine funktionelle Darmerkrankung mit rezidivierenden Bauchschmerzen und veränderter Stuhlgewohnheit ohne nachweisbare organische Ursache.
Welche Kriterien müssen laut Rom-IV für die Diagnose RDS erfüllt sein?
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Bauchschmerzen mind. 1 Tag/Woche in den letzten 3 Monaten, assoziiert mit mind. zwei: Besserung durch Defäkation, Änderung der Stuhlfrequenz, Änderung der Stuhlkonsistenz; Symptombeginn mind. 6 Monate vor Diagnose.
In welche Subtypen wird das RDS nach Stuhlgangsmuster eingeteilt?
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RDS-D (Diarrhö-dominant), RDS-V (Verstopfung-dominant), RDS-M (gemischt), RDS-U (unklassifiziert) – basierend auf Bristol-Stuhlformskala bei abnormalen Stuhlgängen.
Welche Alarmzeichen (Red Flags) sprechen gegen ein RDS und erfordern weitere Diagnostik?
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Gewichtsverlust >5 %, nächtliche Symptome, Blut im Stuhl, Beginn nach dem 50. Lebensjahr, familiäre Belastung für CRC/CED, Fieber, Anämie, erhöhtes CRP.
Welche Differentialdiagnosen müssen bei Verdacht auf RDS ausgeschlossen werden?
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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Zöliakie, mikroskopische Kolitis, Laktoseintoleranz, Darmkarzinom, Divertikelerkrankung, endokrine Störungen (z. B. Hyperthyreose).
Welche Basisdiagnostik wird bei RDS-Verdacht leitliniengerecht empfohlen?
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Blutbild, CRP, TSH, Transaminasen, Elektrolyte, Stuhl auf okkultes Blut, Calprotectin, bei Diarrhö additionally Stuhlkultur, Clostridioides-difficile-Toxin, Parasitologie.
Wann ist eine Koloskopie bei RDS-Verdacht indiziert?
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Bei Alarmzeichen, Beginn nach 50 Jahren, positiver Familienanamnese für kolorektales Karzinom oder CED, erhöhtem Calprotectin, unklarer Diarrhö oder therapeutischem Versagen.
Was versteht man unter der Darm-Hirn-Achse beim RDS?
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Bidirektionale Kommunikation zwischen enterischem Nervensystem und ZNS über Vagusnerv, Immunsystem und Mikrobiom – Störungen führen zu Viszerosensibilität, Motilitätsänderungen und veränderter Schmerzverarbeitung.
Welche Ernährungsintervention hat die höchste Evidenz bei RDS?
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Eine niedrig-FODMAP-Diät (Fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole) reduziert Blähungen, Schmerzen und Diarrhö bei 50–70 % der Patienten; Durchführung in 3 Phasen (Eliminierung, Reintroduction, Personalisierung).
Welche medikamentöse Therapie wird bei RDS-D (diarrhö-dominant) empfohlen?
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Loperamid als Bedarfsmedikation zur Stuhlindung; bei unzureichendem Ansprechen Rifaximin (nicht resorbierbares Antibiotikum) oder Eluxadolin (μ-Opioid-Rezeptor-Agonist/δ-Antagonist) nach Nutzen-Risiko-Abwägung.
Welche Substanzen sind First-Line bei RDS-V (verstopfungsdominant)?
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Lösliche Ballaststoffe (z. B. Flohsamenschalen), Macrogol (PEG) oder Prucaloprid (5-HT4-Agonist) bei therapierefraktärer Obstipation; Stimulanzien (Bisacodyl, Natriumpicosulfat) nur kurzfristig.
Welche Rolle spielen Antidepressiva in der RDS-Therapie?
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Trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin 10–25 mg) bei Schmerzdominanz (RDS-D/M); SSRI bei komorbider Angst/Depression – wirken über zentrale Schmerzmodulation und Darmmotilität.
Was ist der Placebo-Effekt beim RDS und wie hoch ist die Placebo-Ansprechrate in Studien?
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Die Placebo-Ansprechrate liegt bei 30–50 %; sie spiegelt die starke Darm-Hirn-Interaktion und Erwartungseffekte wider – daher sind placebokontrollierte Studien essenziell für Wirksamkeitsnachweise.
Wann gilt eine RDS-Therapie als erfolgreich?
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Bei ≥30 % Reduktion der durchschnittlichen wöchentlichen Schmerzintensität UND Verbesserung der Stuhlkonsistenz (Bristol-Skala) über mind. 50 % der Behandlungswochen – definiert als 'Composite Responder' in Studien.