Medizin Innere Medizin – Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Karteikarten zum Thema „Medizin“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht man unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)? · Welche epidemio…
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15 KartenWas versteht man unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)?
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CED sind idiopathische, chronisch-rezidivierende Entzündungen des Gastrointestinaltrakts, hauptsächlich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, mit genetischer Prädisposition und immunologischer Dysregulation.
Welche epidemiologischen Unterschiede bestehen zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?
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Morbus Crohn: Gipfel 15–35 Jahre, Männer=Frauen. Colitis ulcerosa: Gipfel 20–40 Jahre, leichter Männerüberhang. Beide: höhere Inzidenz in Nord-Europa/Nordamerika.
Wie unterscheiden sich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in der Pathophysiologie?
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Morbus Crohn: transmurale, diskontinuierliche Entzündung mit Granulombildung, gesamt GI-Trakt befallen. Colitis ulcerosa: kontinuierliche, mukosale Entzündung mit Kryptitis, nur Kolon betroffen.
Welche typischen klinischen Symptome zeigt Morbus Crohn?
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Bauchschmerzen rechts unten, wässrige Diarrhoe, Gewichtsverlust, Fieber. Weniger Blut im Stuhl als bei Colitis ulcerosa. Perianale Fisteln/Abszesse häufig.
Welche Leitsymptome kennzeichnen die Colitis ulcerosa?
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Blutig-schleimige Diarrhoe, Tenesmen, kolikartige Unterbauchschmerzen. Gewichtsverlust und Fieber bei schwerem Schub. Rektum fast immer befallen.
Nenne fünf extraintestinale Manifestationen, die bei beiden CED auftreten können.
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Primär sklerosierende Cholangitis, Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum, Uveitis/Episkleritis, periphere Arthritis/axiale Spondyloarthritis. Häufiger bei Colitis ulcerosa.
Welche Laborparameter sind bei CED-Verdacht relevant?
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CRP, BSG, Leukozyten (Entzündung), Hb/Erythrozyten (Anämie), Elektrolyte, Albumin, Eisen/Ferritin, Kalprotektin im Stuhl (Darm-spezifisch).
Welche endoskopisch-histologischen Kriterien sichern die Diagnose Morbus Crohn?
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Ileokoloskopie: Aphthen, Ulzerationen, Cobblestone-Mukosa, Stenosen. Histologie: transmurale Entzündung, epitheloidzellige Granulome. Terminales Ileum bei 80 % befallen.
Welche endoskopisch-histologischen Kriterien sichern die Diagnose Colitis ulcerosa?
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Kontinuierliche Entzündung ab Rektum, feinkörnige Ulzerationen, Pseudopolypen. Histologie: Kryptitis, Kryptabszesse, Gobletzellverlust, keine Granulome. Backwash-Ileitis möglich.
Wofür steht die Montreal-Klassifikation bei CED?
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Morbus Crohn: Alter (A1–A3), Lokalisation (L1–L4), Verhalten (B1–B3). Colitis ulcerosa: Ausdehnung (E1–E3), Schweregrad (S0–S3).
Wie gliedert sich die Stufentherapie bei Colitis ulcerosa leichter bis mittlerer Aktivität?
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1. 5-ASA (topisch/oral), 2. Kortikosteroide (Budesonid/MMX, Prednisolon), 3. Immunmodulatoren (Azathioprin) oder Biologika (Anti-TNF, Vedolizumab, Ustekinumab).
Wann kommen Immunmodulatoren (Azathioprin, Methotrexat) bei CED zum Einsatz?
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Steroidabhängigkeit, Steroidrefraktärität, Erhaltungstherapie nach Remissionsinduktion. Thiopurin-Metaboliten-Monitoring (6-TGN, 6-MMP) empfohlen. Methotrexat bei Azathioprin-Unverträglichkeit.
Welche Biologika sind in der CED-Therapie zugelassen und wie wirken sie?
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Anti-TNF (Infliximab, Adalimumab), Anti-Integrin (Vedolizumab), Anti-IL-12/23 (Ustekinumab), Anti-IL-23 (Risankizumab, Mirikizumab). JAK-Inhibitoren (Tofacitinib, Upadacitinib, Filgotinib) oral.
Nenne drei absolute Operationsindikationen bei CED.
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Toxisches Megakolon, freie Perforation, schwere Blutung therapieresistent. Relativ: Karzinom/Dysplasie, medikamentös refraktärer Verlauf, Stenosen mit Ileus.
Wie hoch ist das Kolonkarzinom-Risiko bei Colitis ulcerosa und wann beginnt die Surveillance?
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Risiko steigt mit Krankheitsdauer (>8–10 Jahre) und Ausdehnung (Pankolitis). Surveillance-Koloskopie ab 8 Jahre Pankolitis, 15 Jahre linksseitig, alle 1–3 Jahre.