Rechtswissenschaft Sachenrecht – Besitz und Eigentum
Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was ist der Unterschied zwischen Besitz und Eigentum? · Wann liegt unmittelba…
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15 KartenWas ist der Unterschied zwischen Besitz und Eigentum?
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Besitz ist die tatsächliche Herrschaft über eine Sache (§ 854 BGB), Eigentum das umfassende Herrschaftsrecht (§ 903 BGB). Besitz ist faktisch, Eigentum rechtlich.
Wann liegt unmittelbarer Besitz vor?
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Unmittelbarer Besitz liegt vor, wenn jemand die tatsächliche Herrschaft selbst ausübt (§ 854 Abs. 1 BGB), also die Sache physisch kontrolliert.
Was ist mittelbarer Besitz und wann entsteht er?
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Mittelbarer Besitz besteht, wenn der Besitzer die Herrschaft durch einen Dritten (Besitzmittler) ausübt, z. B. Mieter, Pfandnehmer (§ 868 BGB).
Unterscheide Eigenbesitz und Fremdbesitz.
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Eigenbesitzer hält die Sache für sich (§ 872 BGB), Fremdbesitzer für einen anderen (z. B. Mieter, Verwalter). Entscheidend ist der Besitzwille.
Welche Voraussetzungen hat die Eigentumsübertragung an beweglichen Sachen?
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Einigung (Auflassung) über den Eigentumsübergang (§ 929 S. 1 BGB) und Übergabe der Sache. Bei Abhandenkommen genügt Abtretung des Herausgabeanspruchs (§ 929 S. 2 BGB).
Was regelt das Abstraktionsprinzip im Sachenrecht?
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Das Verfügungsgeschäft (Einigung, Übergabe) ist rechtlich selbstständig vom Verpflichtungsgeschäft (Kaufvertrag). Mangelhaftigkeit des Kaufs berührt den Eigentumserwerb nicht.
Wie funktioniert der gutgläubige Erwerb nach § 932 BGB?
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Erwirbt jemand von einem Nichtberechtigten, wird er Eigentümer, wenn er gutgläubig ist, die Sache übergeben bekommt und keine Ausnahme (z. B. Abhandenkommen) greift.
Wann ist der Gutglauben nach § 932 BGB ausgeschlossen?
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Bei Abhandenkommen der Sache für den Eigentümer, bei Diebstahl oder Verlust (§ 935 BGB), sowie bei Kenntnis oder grob fahrlässiger Unkenntnis der Nichtberechtigung.
Was ist der Besitzkonstitut (§ 868 BGB)?
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Einigung, dass der Besitzer die Sache für den neuen Eigentümer weitersitzt. Ermöglicht Eigentumsübergang ohne physische Übergabe an den Erwerber.
Welche Selbsthilferechte stehen dem Besitzer zu?
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Besitzverteidigung (§ 859 BGB): sofortige Abwehr von Störungen. Wiedererlangung (§ 861 BGB): unverzügliche Rücknahme nach Entziehung. Nur bei gegenwärtiger Störung.
Was besagt der Besitzschutz nach § 861 BGB?
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Wer unbefugt entzogen wird, kann die Sache unverzüglich mit Gewalt zurücknehmen, sofern er nicht gegen Gesetze verstößt. Kein Recht zum Gewalteinsatz gegen Personen.
Wann liegt verbotene Eigenmacht (§ 858 BGB) vor?
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Bei Entziehung oder Störung des Besitzes ohne Willen des Besitzers und ohne gesetzliche Berechtigung. Führt zu Beseitigungs- und Unterlassungsansprüchen.
Was ist die Vindikation nach § 985 BGB?
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Eigentümer kann vom Besitzer Herausgabe der Sache verlangen. Voraussetzungen: Eigentum des Klägers, Besitz des Beklagten, kein Recht zum Besitz.
Welche Einwendungen stehen dem Besitzer gegen die Vindikation zu?
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Recht zum Besitz (z. B. Miete, Pfandrecht), Entreicherung (§ 987 BGB), Verjährung, Treu und Glauben (§ 242 BGB) bei langjährigem gutgläubigem Besitz.
Wie wirkt sich das Eigentum an Grundstücken auf die Übertragung aus?
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Bei Grundstücken tritt an die Stelle der Übergabe die Eintragung ins Grundbuch (§ 873, 925 BGB). Einigung (Auflassung) muss notariell beurkundet werden (§ 311b Abs. 1 BGB).