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Medizin Neurologie Psychiatrie – Sucht und Abhängigkeit

15 KartenMedizinatrio27.09.2026Nur mit Link

Karteikarten zum Thema „Medizin“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Welche Kriterien definieren das Abhängigkeitssyndrom nach ICD-10? · Wodurch unterscheide…

Karten

15 Karten
STANDARD

Welche Kriterien definieren das Abhängigkeitssyndrom nach ICD-10?

Rückseite

Mindestens drei Kriterien innerhalb von 12 Monaten: starkes Verlangen, Kontrollverlust, Entzugssymptome, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung anderer Interessen, Fortsetzen trotz Schaden.

STANDARD

Wodurch unterscheidet sich schädlicher Gebrauch vom Abhängigkeitssyndrom?

Rückseite

Schädlicher Gebrauch zeigt physische/psychische Schäden durch Substanzkonsum ohne Erfüllung der Abhängigkeitskriterien – kein Kontrollverlust, keine Toleranz, keine Entzugssymptome.

STANDARD

Welches Neurotransmittersystem vermittelt die primäre Verstärkung im mesolimbischen Belohnungssystem?

Rückseite

Dopaminerge Projektionen vom ventralen Tegmentum (VTA) in den Nucleus accumbens vermitteln die positive Verstärkung bei allen Suchtmitteln.

STANDARD

Was charakterisiert das Alkoholentzugssyndrom und wann tritt der Delir-Tremens-Peak auf?

Rückseite

Symptome: Tremor, Agitiertheit, Tachykardie, Hypertonie, Halluzinationen. Delir tremens tritt typischerweise 48–72 Stunden nach letzter Trinkmenge auf, Mortalität unbehandelt bis 15 %.

STANDARD

Welches Medikament ist First-Line bei der alkoholischen Entzugsbehandlung?

Rückseite

Benzodiazepine (z. B. Diazepam, Clomethiazol) – GABAerg wirksam, senken Krampfschwelle und Delir-Risiko; Dosis nach Symptomschwere (CIWA-Ar-Skala) titrieren.

STANDARD

Welche Trias kennzeichnet das Opioidentzugssyndrom?

Rückseite

Vegetative Hyperaktivität (Schwitzen, Diarrhö, Mydriasis), affektive Symptome (Dysphorie, Angst), somatische Schmerzen (Myalgien, Arthralgien) – Beginn 6–12 h nach Kurzzeitopioiden.

STANDARD

Welche Substitutionstherapien stehen bei Opioidabhängigkeit zur Verfügung?

Rückseite

Methadon (Vollagonist), Buprenorphin (Teilagonist, Ceiling-Effekt bei Atemdepression), Slow-Release-Morphin – alle mit psychosozialer Begleitung, Ziel: Stabilisierung und Schadensminimierung.

STANDARD

Was ist das spezifische Risiko bei abruptem Benzodiazepin-Absetzen nach Langzeittherapie?

Rückseite

Lebensgefährliche generalisierte tonisch-klonische Krampfanfälle und Delir – daher obligat ausschleichend über Wochen bis Monate (z. B. Diazepam-Äquivalenz, 10 % Dosisreduktion pro Woche).

STANDARD

Welche Entzugssymptome sind typisch für Cannabis und wie lange dauern sie?

Rückseite

Reizbarkeit, Schlafstörungen, Appetitverlust, Unruhe, leichte depressive Verstimmung – Peak Tag 2–6, Dauer bis 2–3 Wochen, keine medizinische Notfallindikation.

STANDARD

Was besagt die Kindling-Hypothese bei wiederholten Entzügen?

Rückseite

Jeder Entzug senkt die Krampfschwelle und verstärkt neuroadaptive Veränderungen – spätere Entzüge verlaufen schwerer, schneller und mit höherem Komplikationsrisiko.

STANDARD

Welches Screening-Instrument eignet sich für riskanten Alkoholkonsum in der hausärztlichen Praxis?

Rückseite

AUDIT-C (3 Items, Sensitivität ~90 % für riskanten Konsum) – kürzer als volles AUDIT, validiert für Prävention und Früherkennung.

STANDARD

Was versteht man unter Craving und welche pharmakologische Option reduziert es bei Alkoholabhängigkeit?

Rückseite

Craving: starkes, oft situationsgebundenes Verlangen nach Substanz. Naltrexon (Opioidantagonist) reduziert Craving und Rückfallrate durch Blockade endogener Opioide im Belohnungssystem.

STANDARD

Welche Komorbidität liegt bei über 50 % der Suchtpatienten vor?

Rückseite

Affektive Störungen (Depression, Bipolare Störung) und Angststörungen – bidirektionaler Zusammenhang: Substanz als Selbstmedikation und substanzinduzierte Symptome.

STANDARD

Was ist das Ziel der motivierenden Gesprächsführung (Motivational Interviewing) in der Suchttherapie?

Rückseite

Ambivalenz auflösen, Change-Talk stärken, Eigenmotivation für Verhaltensänderung fördern – nicht konfrontativ, sondern empathisch, partnerschaftlich, evokativ.

STANDARD

Wann ist eine qualifizierte Entzugsbehandlung stationär indiziert?

Rückseite

Bei schweren Entzugssyndromen (Delir, Krampfanfälle), polytopem Missbrauch, schweren Komorbiditäten (körperlich/psychisch), fehlender sozialer Stabilität oder gescheiterten ambulanten Versuchen.

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