Rechtswissenschaft Erbrecht – Testament und Verfügungen
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15 KartenWelche Testamentsformen kennt das BGB?
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Das BGB kennt das eigenhändige Testament (§ 2247), das notarielle Testament (§ 2232) und das gemeinschaftliche Testament (§ 2265) für Ehegatten/Lebenspartner.
Welche Formvorschriften gelten für das eigenhändige Testament?
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Der Erblasser muss den gesamten Text handschriftlich verfassen, unterschreiben und Ort sowie Datum hinzufügen (§ 2247 BGB).
Was ist ein notarielles Testament und wie wird es errichtet?
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Der Erblasser erklärt seinen letzten Willen mündlich vor einem Notar oder übergibt eine geschriebene Erklärung; der Notar beurkundet dies (§ 2232 BGB).
Was versteht man unter einem gemeinschaftlichen Testament?
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Ehegatten oder Lebenspartner errichten ein Testament gemeinsam; ein Partner schreibt es handschriftlich, beide unterschreiben (§ 2265 BGB).
Was ist der Unterschied zwischen Erbeinsetzung und Vermächtnis?
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Der Erbe wird Rechtsnachfolger des gesamten Nachlasses (§ 1922), der Vermächtnisnehmer erwirbt nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf einen Gegenstand (§ 1939).
Wann liegt ein Erbvertrag vor und welche Form verlangt das Gesetz?
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Ein Erbvertrag ist ein schuldrechtlicher Vertrag über die Erbfolge; er bedarf der notariellen Beurkundung mit gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile (§ 2276 BGB).
Wie kann ein Testament widerrufen werden?
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Durch Errichtung eines neuen Testaments, durch Vernichtung der Urkunde mit Aufhebungswillen oder durch notarielle Erklärung (§ 2253, § 2255 BGB).
Was bewirkt die Wiedereinsetzung eines früheren Testaments?
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Wird ein späteres Testament wirksam widerruft, lebt das frühere Testament wieder auf, sofern nicht ein anderer Wille anzunehmen ist (§ 2258 BGB).
Wer sind pflichtteilsberechtigte Personen?
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Abkömmlinge, Eltern und der überlebende Ehegatte/Lebenspartner (§ 2303 BGB); entferntere Verwandte sind nicht pflichtteilsberechtigt.
Wie hoch ist der Pflichtteil im Verhältnis zum gesetzlichen Erbteil?
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Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils (§ 2303 Abs. 1 Satz 2 BGB).
Wann kann der Pflichtteil entzogen werden?
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Nur bei schweren Verfehlungen gegen den Erblasser (z. B. Versuch gegen das Leben, schwere Misshandlung), nicht bei bloßer Entfremdung (§ 2333 BGB).
Was regelt das Berliner Testament klassischerweise?
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Ehegatten setzen sich gegenseitig zu Alleinerben ein und bestimmen gemeinsame Abkömmlinge als Schlusserben nach dem Längstlebenden.
Was ist die Trennungslösung beim Berliner Testament?
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Der überlebende Ehegatte wird Vorerbe, die Kinder Nacherben; der Überlebende kann über den Nachlass nur eingeschränkt verfügen (§ 2113 BGB).
Was versteht man unter Enterbung und wie wirkt sie?
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Enterbung schließt einen gesetzlichen Erben von der Erbfolge aus; sie erfolgt durch Testament oder Erbvertrag, der Pflichtteil bleibt jedoch bestehen (§ 1938 BGB).
Wann ist ein Testament formunwirksam und welche Folge tritt ein?
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Bei Fehlen der gesetzlichen Form (z. B. maschinenschriftlich ohne Unterschrift) ist das Testament nichtig; die gesetzliche Erbfolge tritt ein (§ 2247, § 2232 BGB).