Rechtswissenschaft Strafrecht BT – Nötigung und Freiheitsdelikte
Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 16 Karten · von atrio. Beispiele: Was ist der Tatbestand der Nötigung nach § 240 StGB? · Wann liegt Gewalt im S…
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16 KartenWas ist der Tatbestand der Nötigung nach § 240 StGB?
Rückseite
Wer einen Menschen mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird bestraft.
Wann liegt Gewalt im Sinne des § 240 StGB vor?
Rückseite
Gewalt ist die Ausübung körperlicher Macht, um den Willen des Opfers zu brechen oder dessen Widerstand zu überwinden.
Was versteht man unter Drohung mit einem empfindlichen Übel?
Rückseite
Drohung ist das Inaussichtstellen eines zukünftigen Übels, auf dessen Eintritt der Täter Einfluss hat oder vortäuscht, Einfluss zu haben.
Wann ist die Nötigung nach § 240 Abs. 2 StGB verwerflich?
Rückseite
Die Tat ist verwerflich, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist (Wertungsentscheidung).
Woran unterscheidet sich Nötigung von räuberischer Erpressung (§ 255 StGB)?
Rückseite
Bei der Nötigung fehlt die Bereicherungsabsicht; bei räuberischer Erpressung wird die Gewalt/Drohung zur Erlangung eines Vermögensvorteils eingesetzt.
Was ist der Tatbestand der Freiheitsberaubung nach § 239 StGB?
Rückseite
Wer einen Menschen widerrechtlich der Freiheit beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Was versteht man unter Freiheit im Sinne des § 239 StGB?
Rückseite
Freiheit ist die Möglichkeit, den eigenen Aufenthaltsort nach freiem Willen zu bestimmen und sich fortzubewegen.
Welche qualifizierten Tatbestände kennt § 239 Abs. 2 und 3 StGB?
Rückseite
Abs. 2: mind. 1 Jahr bei über 1 Woche Dauer, grausamer Behandlung, Lebensgefahr oder Gesundheitsschädigung. Abs. 3: mind. 3 Jahre bei Todesfolge.
Was ist der Tatbestand des Menschenraubs nach § 239a StGB?
Rückseite
Wer einen Menschen raubt, um für dessen Freilassung Lösegeld zu erpressen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
Was ist der Tatbestand der Geiselnahme nach § 239b StGB?
Rückseite
Wer einen Menschen wegnimmt oder festhält und droht, ihn zu töten oder zu verletzen, um eine Leistung zu erpressen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
Woran unterscheidet sich Freiheitsberaubung von Nötigung zur Unterlassung?
Rückseite
Freiheitsberaubung erfordert vollständige Entziehung der Fortbewegungsmöglichkeit; Nötigung zur Unterlassung genügt bereits partielle Bewegungsbeschränkung.
Was ist der Unterschied zwischen Menschenraub und Geiselnahme?
Rückseite
Menschenraub (§ 239a): Wegnahme zum Zweck der Lösegelderpressung. Geiselnahme (§ 239b): Festhalten/Drohen mit Tötung/Verletzung zur Erpressung einer Leistung.
Sind Nötigung und Freiheitsdelikte Versuchsdelikte?
Rückseite
Ja, alle genannten Delikte sind Versuchsdelikte; der Versuch wird nach § 23 StGB strafbar.
Wie verhalten sich Nötigung und Freiheitsberaubung zueinander bei Konkurrenz?
Rückseite
Bei gleichzeitiger Verwirklichung gehen sie in Tateinheit (§ 52 StGB) zueinander, da sie dasselbe Rechtsgut (Freiheit) schützen.
Kann in die Freiheitsentziehung eingewilligt werden?
Rückseite
Ja, eine wirksame Einwilligung des Opfers schließt die Widerrechtlichkeit aus, sofern sie frei, ernst und vor Tatbegehung erfolgt.
Was versteht man unter 'Wegnahme' beim Menschenraub?
Rückseite
Wegnahme ist das Brechen der bisherigen Gewalt des Opfers oder Dritter und das Begründen neuer Gewalt des Täters über die Person.