Geisteswissenschaften Soziologie – Soziale Ungleichheit
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15 KartenWas versteht die Soziologie unter sozialer Ungleichheit?
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Soziale Ungleichheit bezeichnet die ungleiche Verteilung von knappen Gütern wie Einkommen, Bildung, Macht und Prestige zwischen Individuen oder Gruppen in einer Gesellschaft.
Wodurch unterscheidet sich soziale Schichtung von sozialer Ungleichheit?
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Soziale Schichtung beschreibt die hierarchische Strukturierung der Gesellschaft in Schichten oder Klassen, während Ungleichheit die ungleiche Verteilung selbst meint.
Nach welchem Kriterium gliedert Karl Marx die Gesellschaft in Klassen?
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Marx definiert Klassen allein über das Verhältnis zu den Produktionsmitteln: Bourgeoisie (Eigentümer) versus Proletariat (Arbeitskraftverkäufer).
Welche drei Dimensionen sozialer Ungleichheit nennt Max Weber?
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Weber unterscheidet Klasse (ökonomische Lage), Stand (soziale Ehre/Status) und Partei (Macht zur Durchsetzung von Interessen) als eigenständige Dimensionen.
Was versteht Pierre Bourdieu unter Habitus?
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Habitus ist das System verinnerlichter, dauerhafter Dispositionen, das Wahrnehmung, Denken und Handeln strukturiert und soziale Herkunft in Praxis umsetzt.
Welche vier Kapitalformen unterscheidet Bourdieu?
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Ökonomisches Kapital (Geld), kulturelles Kapital (Bildung, Kompetenzen), soziales Kapital (Netzwerke) und symbolisches Kapital (Anerkennung, Prestige).
Was misst der Gini-Koeffizient?
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Der Gini-Koeffizient misst die Einkommens- oder Vermögensungleichheit auf einer Skala von 0 (vollkommene Gleichheit) bis 1 (maximale Ungleichheit).
Ab welchem Einkommen gilt in der EU ein Haushalt als armutsgefährdet?
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Ein Haushalt gilt als armutsgefährdet, wenn sein Äquivalenzeinkommen unter 60 % des Medianeinkommens der jeweiligen Bevölkerung liegt.
Was besagt der Matthew-Effekt in der Ungleichheitsforschung?
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Der Matthew-Effekt beschreibt die kumulative Vorteilsnahme: Wer bereits Ressourcen besitzt, erhält leichter weitere – "Wer hat, dem wird gegeben."
Wie wird intergenerationale soziale Mobilität gemessen?
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Intergenerationale Mobilität misst den Zusammenhang zwischen der sozialen Position der Eltern und der der Kinder, oft über Korrelation von Einkommen oder Berufsprestige.
Was versteht man unter intersektionaler Ungleichheit?
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Intersektionalität analysiert, wie Merkmale wie Klasse, Geschlecht, Ethnizität, Alter oder Behinderung sich überlagern und spezifische Diskriminierungserfahrungen erzeugen.
Welche Rolle spielt Bildung bei der Reproduktion sozialer Ungleichheit?
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Bildungssysteme wandeln kulturelles Kapital der Herkunftsfamilie in formale Zeugnisse um und legitimieren so die Vererbung sozialer Positionen als vermeintliche Leistung.
Was kennzeichnet die Prekarisierung von Erwerbsarbeit?
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Prekarisierung bedeutet die Zunahme unsicherer, schlecht bezahlter und wenig geschützter Beschäftigungsformen (Leiharbeit, Minijobs, Solo-Selbstständigkeit) ohne Aufstiegsmöglichkeiten.
Wie erklärt die Relative-Deprivation-Theorie soziale Unzufriedenheit?
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Relative Deprivation entsteht, wenn Menschen ihre Situation mit einer Referenzgruppe vergleichen und sich subjektiv benachteiligt fühlen – unabhängig vom absoluten Wohlstandsniveau.
Was ist der Unterschied zwischen absoluter und relativer Armut?
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Absolute Armut bedeutet das Fehlen existenzsichernder Ressourcen (UN-Definition: < 2,15 $/Tag), relative Armut die deutliche Abweichung vom gesellschaftlichen Lebensstandard.