Geschichte Wirtschaftsgeschichte – Merkantilismus
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14 KartenWas versteht man unter Merkantilismus?
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Der Merkantilismus ist eine Wirtschafts- und Handelspolitik des 16.–18. Jahrhunderts, die Staatsmacht durch Anreicherung an Edelmetallen und dauerhafte Exportüberschüsse steigern will.
In welchem Zeitraum war der Merkantilismus in Europa vorherrschend?
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Roughly vom frühen 16. Jahrhundert bis zum späten 18. Jahrhundert, bevor die Physiokraten und die klassische Nationalökonomie (Adam Smith) ihn ablösten.
Was ist der Kern des Bullionismus als Teil des Merkantilismus?
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Bullionismus identifiziert nationalen Reichtum primär mit dem Vorrat an Gold und Silber; daher sollten Edelmetalle im Land gehalten und deren Abfluss verhindert werden.
Welches außenwirtschaftliche Ziel verfolgten merkantilistische Staaten konsequent?
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Eine dauerhaft positive Handelsbilanz (Exportüberschuss), um über den Zahlungseingang Edelmetalle anzuziehen und die Staatsfinanzen zu stärken.
Wie gestalteten merkantilistische Mächte den Kolonialhandel (Exklusivhandel)?
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Kolonien durften nur mit dem Mutterland handeln (Monopol), lieferten Rohstoffe billig und dienten als Absatzmarkt für teure Fertigwaren – Navigation Acts in England sind das klassische Beispiel.
Welche Instrumente nutzte der Staat zur Durchsetzung merkantilistischer Ziele?
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Schutzzölle, Exportsubventionen, Importverbote, Monopolgesellschaften, Manufakturförderung, Bevölkerungswachstum (Arbeitskräfte) und Eingriffe in Lohn- und Preisbildung.
Welche Rolle spielte Jean-Baptiste Colbert in Frankreich?
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Als Finanzminister Ludwigs XIV. (1665–1683) systematisierte er den französischen Merkantilismus (Colbertismus): Manufakturen, Marine, Zollvereinheitlichung, Kolonialkompanien und protektionistische Tarife.
Welchen theoretischen Beitrag leistete Antonio Serra (1613)?
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Serra erklärte in 'Breve trattato' erstmals, dass ein Land ohne Edelmetallvorkommen durch Veredelung von Importen und Exportüberschüsse bei Fertigwaren Wohlstand schaffen kann – frühe Sektorenanalyse.
Was ist die zentrale These von Thomas Mun in 'England's Treasure by Forraign Trade' (1664)?
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Mun differenzierte zwischen Brutto- und Nettotausch: Re-Exporte veredelter Waren bringen mehr Edelmetall ein als der direkte Rohstoffexport – der Außenhandelsmultiplikator entsteht durch Veredelung.
Worin unterschieden sich die Physiokraten grundlegend vom Merkantilismus?
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Physiokraten (Quesnay) sahen Landwirtschaft als einzige Quelle des Nettoprodukts (produit net), lehnten Schutzzölle ab und forderten 'laissez-faire, laissez-passer' statt staatlicher Lenkung.
Warum verlor der Merkantilismus im späten 18. Jahrhundert an Einfluss?
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Adam Smiths 'Wealth of Nations' (1776) widerlegte die Nullsummenlogik, zeigte Wohlstandsgewinne durch Arbeitsteilung und Freihandel auf; zudem stiegen Staatsverschuldung und Ineffizienz protektionistischer Monopole.
Was besagt der Außenhandelsmultiplikator nach Thomas Mun?
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Ein Pfund exportierter Rohstoffe kehrt als veredelte Ware mit höherem Wert zurück; die Differenz vermehrt den nationalen Edelmetallbestand bei gleichbleibendem Handelsvolumen.
Wie funktionierten die englischen Navigation Acts (1651, 1660) konkret?
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Sie verpflichteten, dass Kolonialgüter nur auf englischen Schiffen mit englischen Besatzungen transportiert werden durften – Schutz der eigenen Marine und Handelsflotte vor holländischer Konkurrenz.
Welches Erbe hinterließ der Merkantilismus für die klassische Nationalökonomie?
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Smith und Ricardo übernahmen die Analyse des Außenhandels, kritisierten aber das Ziel (Goldanhäufung) und ersetzten es durch Konsum und Arbeitsteilung als Wohlstandsquelle.