Geisteswissenschaften Psychologie – Aufmerksamkeit
Karteikarten zum Thema „Geisteswissenschaften“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht die Psychologie unter Aufmerksamkeit? · Worin unterscheiden s…
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15 KartenWas versteht die Psychologie unter Aufmerksamkeit?
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Aufmerksamkeit ist die begrenzte kognitive Kapazität zur selektiven Informationsverarbeitung, die relevante Reize priorisiert und irrelevante ausblendet.
Worin unterscheiden sich selektive und geteilte Aufmerksamkeit?
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Selektive Aufmerksamkeit fokussiert auf einen Reiz bei Ausblendung anderer; geteilte Aufmerksamkeit bearbeitet mehrere Aufgaben parallel, was bei automatisierten Prozessen gelingt.
Was besagt Broadbents Filtermodell (1958) zur frühen Selektion?
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Ein physikalischer Filter blockiert unattendierte Information bereits vor der semantischen Verarbeitung – Auswahl erfolgt rein nach physikalischen Merkmalen wie Tonhöhe oder Ort.
Wie modifiziert Treismans Dämpfungsmodell (1964) Broadbents Theorie?
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Unattendierte Information wird nicht gelöscht, sondern nur gedämpft (schwächere Aktivierung); bei hinreichender Relevanz (z. B. eigener Name) durchbricht sie den Filter.
Was ist das Kernargument von Deutsch & Deutsch (1963) für späte Selektion?
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Alle Reize werden vollständig semantisch verarbeitet; Selektion erfolgt erst danach auf der Ebene der Bewusstwerdung oder Reaktion.
Welche Rolle spielt Arousal in Kahnemans Kapazitätsmodell (1973)?
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Arousal bestimmt die verfügbare Aufmerksamkeitskapazität; Aufgaben fordern unterschiedlich viel Kapazität – Überlast führt zu Performance-Einbruch.
Welche drei Netzwerke beschreibt Posners Aufmerksamkeitsmodell?
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Alerting (Wachheit), Orienting (räumliche Ausrichtung), Executive Control (Konfliktlösung, Inhibition) – jeweils mit eigenen neuronalen Substraten.
Was demonstriert der Cocktail-Party-Effekt (Cherry 1953)?
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Wir können ein Gespräch bei Hintergrundlärm verfolgen und reagieren auf unseren Namen im unattendierten Ohr – Beleg für semantische Vorverarbeitung.
Was zeigt das Inattentional-Blindness-Experiment (Simons & Chabris 1999)?
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Bei fokussierter Zählaufgabe bemerken ca. 50 % der Probanden einen Gorilla im Bild nicht – Aufmerksamkeit begrenzt bewusste Wahrnehmung drastisch.
Wodurch entsteht Change Blindness bei Szenenwechseln?
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Unterbrechungen (Sakkaden, Blitze, Schnitte) löschen das ikonische Gedächtnis; ohne Aufmerksamkeit auf den Änderungsort bleibt der Wechsel unbemerkt.
Was misst der Stroop-Effekt (1935) über Aufmerksamkeit?
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Interferenz zwischen automatisiertem Lesen und kontrollierter Farbbenennung zeigt: Automatisierte Prozesse lassen sich nicht willkürlich unterdrücken.
Welches Defizit kennzeichnet das hemispatiale Neglect-Syndrom?
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Patienten ignorieren Reize auf der dem Hirnschaden kontralateralen Seite (meist links), obwohl sensorische Bahnen intakt sind – Aufmerksamkeitsorientierung ist gestört.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen früher und später Selektion?
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Frühe Selektion filtert vor semantischer Analyse (Broadbent), späte Selektion lässt alle Reize semantisch verarbeiten und filtert erst vor Bewusstwerdung (Deutsch & Deutsch).
Was unterscheidet endogenes von exogenem Cueing im Posner-Paradigma?
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Endogenes Cueing ist willkürliche, top-down gesteuerte Aufmerksamkeitsverschiebung (Symbol); exogenes Cueing ist reflexartige, bottom-up ausgelöste Orientierung (plötzlicher Reiz).
Was charakterisiert Vigilanz (sustained attention) und ihren typischen Verlauf?
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Vigilanz ist die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit über Zeit; Performance sinkt nach 20–30 Minuten (Vigilanzdekrement) durch Ressourcenerschöpfung und Untererregung.