Studium Wissenschaftliches Arbeiten – Quellenkritik
Karteikarten zum Thema „Studium & Allgemeinwissen“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was definiert eine Primärquelle im wissenschaftlichen Sinne? · Wann gi…
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15 KartenWas definiert eine Primärquelle im wissenschaftlichen Sinne?
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Eine Primärquelle ist ein Originaldokument oder Erstdokument, das direkt aus der untersuchten Zeit oder vom untersuchten Akteur stammt, z. B. Tagebücher, Verträge, Messdaten oder Erstveröffentlichungen.
Wann gilt eine Quelle als Sekundärquelle?
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Sekundärquellen werten Primärquellen aus, interpretieren sie oder fassen sie zusammen – Beispiele sind Lehrbücher, Übersichtsartikel, Biografien oder Metaanalysen.
Welche Funktion erfüllen Tertiärquellen im Forschungsprozess?
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Tertiärquellen wie Lexika, Bibliografien oder Datenbankkataloge verzeichnen und ordnen Primär- und Sekundärliteratur, dienen der Orientierung, sind aber selbst nicht zitierfähig für Kernargumente.
Unterscheide heuristische von hermeneutischer Quellenkritik.
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Heuristische Kritik prüft die Echtheit und Herkunft (äußere Kritik), hermeneutische Kritik die inhaltliche Glaubwürdigkeit und Aussageabsicht (innere Kritik).
Welche Kriterien prüft die äußere Quellenkritik (Heuristik)?
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Äußere Kritik prüft Authentizität: Entstehungszeit, Urheber, Überlieferungsweg, materielle Beschaffenheit, eventuelle Fälschungen oder nachträgliche Veränderungen.
Was bewertet die innere Quellenkritik (Hermeneutik)?
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Innere Kritik bewertet Glaubwürdigkeit: Kompetenz des Autors, Nähe zum Geschehen, Intention, Widerspruchsfreiheit, Plausibilität und mögliche Verzerrungen wie Selbstrechtfertigung.
Warum ist das Kriterium Aktualität bei Quellen unterschiedlich gewichtig?
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In schnelllebigen Fachgebieten (Medizin, Informatik) sind Quellen über 3–5 Jahre oft veraltet; in Geisteswissenschaften können Klassiker jahrzehntelang relevant bleiben – Kontext entscheidet.
Wie prüfst du die Autorität einer Quelle zuverlässig?
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Prüfe formale Qualifikation (Promotion, Professur), institutionelle Anbindung, Publikationshistorie im Peer-Review, Zitationshäufigkeit und Fachreputation – nicht nur akademische Titel.
Welche Fragen deckt das Intention-Kriterium bei der Quellenbewertung ab?
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Welches Ziel verfolgt der Autor? Informieren, überzeugen, verkaufen, ideologisch beeinflussen? Finanzierung, Auftraggeber und sprachliche Tendenz (Werturteile, Auslassungen) offenlegen.
Was bedeutet Peer-Review und warum ist es Qualitätsmerkmal?
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Peer-Review ist ein Begutachtungsverfahren, bei dem unabhängige Fachgutachter vor Veröffentlichung Methodik, Argumentation und Schlussfolgerungen prüfen – Filter für methodische Mängel.
Erkläre den Zirkelschluss (Zirkularität) beim Zitieren.
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Ein Zirkelschluss liegt vor, wenn Quelle A Quelle B zitiert, B aber wiederum A als Beleg nutzt, ohne eigenständige Primärbasis – scheinbare Bestätigung ohne neue Evidenz.
Was zählt zur Grauen Literatur und wie gehst du damit um?
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Graue Literatur: Berichte, Working Papers, Abschlussarbeiten, Behördendokumente ohne Verlags-ISBN. Zitierfähig bei Kennzeichnung, aber stärker auf Methodik und Bias prüfen als Peer-Review-Literatur.
Wie funktioniert das Schneeballsystem (Citation Chaining) effizient?
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Rückwärts: Literaturverzeichnis eines Schlüsselwerks nach relevanten Primärquellen durchsuchen. Vorwärts: In Google Scholar/Web of Science prüfen, wer das Werk später zitiert hat.
Wann ist eine Quelle als nicht zitierfähig einzustufen?
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Bei fehlender Urheberschaft, ungeprüften Wikis, kommerziellen Werbeseiten, rein privaten Blogs ohne Fachbezug, veralteten Daten ohne Aktualisierungshinweis oder offensichtlichen Interessenskonflikten ohne Transparenz.
Nenne ein konkretes Beispiel für eine Primärquelle in der empirischen Sozialforschung.
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Der originale Datensatz einer Befragung (Rohdaten, Codebook) oder das Protokoll eines Fokusgruppen-Interviews – nicht der daraus resultierende Forschungsbericht.