Geisteswissenschaften Soziologie – Organisation
Karteikarten zum Thema „Geisteswissenschaften“ · 14 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht Max Weber unter „bürokratischer Verwaltung“ als Idealtyp? · N…
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14 KartenWas versteht Max Weber unter „bürokratischer Verwaltung“ als Idealtyp?
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Eine hierarchisch gegliederte, regelfixierte Organisation mit Amtsträgern, fachlicher Spezialisierung, schriftlicher Dokumentation und unpersönlicher Regelanwendung – effizient, aber entfremdend.
Nenne drei Merkmale von Webers Idealtypus der Bürokratie.
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Hierarchie, feste Zuständigkeitsbereiche (Kompetenz), formale Regeln, schriftliche Aktenführung, fachliche Ausbildung, volle Arbeitskraft, allgemeine und bestimmte Regeln.
Was ist „Zielverdrängung“ (goal displacement) nach Robert Merton?
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Mittel (Regeln, Verfahren) werden zu Selbstzwecken; die Einhaltung von Verfahren verdrängt die Erreichung der ursprünglichen Organisationsziele.
Wie definiert Niklas Luhmann Organisation systemtheoretisch?
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Als autopoietisches System, das sich durch Entscheidungen (Mitgliedschaft, Zweck, Kommunikation) selbst erzeugt und erhalten – keine Ansammlung von Personen, sondern kommunikativer Prozess.
Unterscheide formale und informale Organisation.
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Formale: geplante Struktur, Hierarchie, Stellenbeschreibungen. Informale: emergente Netzwerke, Normen, Kommunikationswege, die sich spontan zwischen Mitgliedern bilden.
Was besagt das „Peter-Prinzip“ nach Laurence J. Peter?
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In Hierarchien werden Mitarbeiter so lange befördert, bis sie ihre Inkompetenzstufe erreichen – dort verbleiben sie dann dauerhaft.
Erkläre den Begriff „lockere Kopplung“ (loose coupling) nach Weick.
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Elemente einer Organisation sind verbunden, reagieren aber nicht unmittelbar aufeinander – erlaubt Anpassung an Umwelt bei Erhalt interner Stabilität.
Was versteht Crozier unter „Zonen der Ungewissheit“ in Organisationen?
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Bereiche, in denen Akteure Spielraum haben, weil Regeln nicht greifen; dort entsteht Macht durch Kontrolle über Ungewissheit (z. B. Wartungstechniker).
Nenne die vier Organisationstypen nach Etzioni (1961) anhand der Compliance-Macht.
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Zwangorganisation (zwanghaft), utilitaristische Organisation (Kalkül), normative Organisation (Identifikation), gemischte Typen – je nach Art der Macht und Bindung.
Was ist der Unterschied zwischen „autoritärer“ und „bürokratischer“ Herrschaft bei Weber?
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Autoritär: persönliche Loyalität, willkürliche Anweisung. Bürokratisch: unpersönliche Regeln, formale Kompetenz, rationale Legalität als Legitimationsgrundlage.
Was meint „Isomorphie“ im neoinstitutionalistischen Ansatz (DiMaggio & Powell)?
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Angleichung von Organisationen durch Zwang (koerzitiv), Nachahmung (mimetisch) oder Normierung (normativ) – führt zu struktureller Homogenität ohne Effizienzgewinn.
Erkläre „strukturelle Kopplung“ zwischen Organisation und Umwelt bei Luhmann.
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Kein direkter Informationsaustausch, sondern wechselseitige Reizung: Umwelt liefert Anlässe, Organisation verarbeitet sie nach eigenem Code (Entscheidungskommunikation).
Was ist ein „organisierter Anarchismus“ (Cohen, March, Olsen)?
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Organisation mit unklaren Zielen, unklarer Technologie, fluktuierender Teilnahme – Entscheidungen entstehen durch „Garbage Can“-Prozesse (Zufallskonstellationen).
Welche drei Kontrollprobleme nennt Child (1972) als Determinanten organisationaler Struktur?
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Kontrolle über Mitglieder, Kontrolle über Umwelt, Kontrolle über Technik – Strukturwahl ist strategische Entscheidung, nicht technologisches Determinat.